Lateinamerikanische Tänze stellen den Sammelbegriff für die folgenden, auch Latein genannten Tänze dar: Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive. Dabei stellt diese Kombination den International Style dar, der sich in Europa und vor allem beim Turniertanz weltweit findet. In den USA wird der American Style beziehungsweise Rythm getanzt. Dieser beinhaltet neben Cha-Cha-Cha und Rumba, East Coast Swing, Bolero und Mambo.
Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive sind also nicht nur gesellschaftliche, sondern primär Turniertänze. Die Zuordnung der einzelnen Tänze zu den lateinamerikanischen ist nur bei dreien dieser Tänze durch ihre Herkunft bedingt. Die Rumba, die Samba und der Cha-Cha-Cha entstanden in Lateinamerika. In Nordamerika hat der Jive seine Wurzeln, in Spanien und Frankreich der Paso Doble. Die Kategorisierung, die gerade aufgrund technischer Gemeinsamkeiten erfolgte, nahmen weltweit aktive Tanzverbände vor.
Die Tanztechnik der fünf lateinamerikanischen Tänze zeichnet sich dadurch aus, dass die Tanzpartner eher voneinander entfernt tanzen und Mann und Frau teilweise gänzlich unterschiedliche Bewegungsabläufe ausführen. Dies wird besonders gut am Paso Doble, der einen Stierkampf tänzerisch interpretiert, deutlich: Der Herr übernimmt die Rolle des Toreros, die Dame tanzt eine Flamencotänzerin, den Schatten des Toreros oder das rote Tuch ( Capa oder Muleta). Es liegt bei den lateinamerikanischen Tänzen also kein enger, paralleler Tanz wie etwa bei den Standardtänzen, zum Beispiel einem Walzer, vor.
Weitere Kennzeichen sind auffällige Bewegungen der Hüfte und das Ansetzen der Schritte auf dem Ballen des Fußes. Diese Merkmale lassen sich nur beim Paso Doble nicht finden. In der Regel werden sehr schnelle Tanzphasen mit sehr langsamen kombiniert, sodass sich lateinamerikanische Tänze durch eine große Abwechslung bezüglich der Bewegungen auszeichnen.
1959
wurde die erste Weltmeisterschaft in den Latein-Tänzen durchgeführt.
Seitdem wird sie regelmäßig veranstaltet. Die German Open
Championships in Stuttgart stellen ein großes Turnier auf deutschem
Boden dar. Da sich immer mehr Menschen für die lateinamerikanischen
Tänze auch in Deutschland begeistern, fördert der Deutsche
Tanzsportverband den Amateursport. Die verschiedenen Altersklassen,
die Kinder, Jugendliche, aber auch Senioren besuchen können,
genießen einen hohen Zulauf.
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